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Mit der Natur auf Tuchfühlung

Naherholung bei Baddeckenstedt: Plattform für Tierfreunde zur Beobachtung der Vögel in freier Wildbahn

 
SchwarzhalstaucherSchwarzhalstaucher
Baddeckenstedt (ara). Die früheren Teiche der Zuckerfabrik Baddeckenstedt haben sich inzwischen zu einem Naturparadies entwickelt. Ob Mittelsäger oder auch Eisvogel: Seltene Tierarten können Naturfreunde noch im Frühjahr von einer neuen Aussichtsplattform aus beobachten. Die soll bis Juni fertig sein.

Die ehemaligen Klärteiche am früheren Gelände der Zuckerfabrik dienen mittlerweile als Tummelplatz für die Tierwelt und als Naherholungsgebiet für Wanderer oder Radler. Die können das Gebiet künftig auch bei Touren auf einem ebenfalls neuen Fernradwanderweg ansteuern, der in der Region entstehen soll.
 
Einst ratterten Maschinen in der Zuckerfabrik, doch diese Ära ist längst vorüber. Schon seit einiger Zeit gilt dort die Devise: Zurück zur Natur. Auf einer Fläche von mehr als 20 Hektar erstrecken sich fünf Teiche, die von Schwarzhalstauchern, Entenarten, Brandgänsen und auch Schnepfen angeflogen werden. Das Vogelschutzgebiet ist ein Refugium für Fauna und Flora.
"Dort kann man Natur erleben", sagt Heinz Ritter von der Paul-Feindt-Stiftung, die ihre Hand über das Gebiet hält. Die etwa 1,50 Meter tiefen Teiche böten den Tieren hervorragenden Lebensraum, so Ritter.

Die Vögel könnten dort gut Fische fangen, weil das Wasser besonders klar sei. Dieses werde vom Wasserverband Peine zugeführt. Darauf hat sich die Paul-Feindt-Stiftung mit dem Wasserverband geeinigt, der im Gegenzug für 25 Jahre Flächen von der Stiftung gepachtet hat.

In dem Bereich liegt auch eine Kläranlage. Da einer der Teiche betoniert ist, nutzt der Wasserverband diesen zur "Klärschlammvererdung": Binsen und Röhricht bauen dort schon seit Jahren Schadstoffe ab und vom gereinigten Wasser sollte die Natur profitieren, meinten die Vogelfreunde. Den Sinn der Sache erklärt Heinz Ritter so: "Vögel, die sonst in der Innerste fischen, können im klaren Wasser der Teiche viel besser Fische fangen. Denn wenn die Innerste Hochwasser führt, ist sie trübe."

Und wie die Vögel auf Beutefang gehen, können Spaziergänger vom Frühjahr an verfolgen. Bis dahin soll die annähernd zehn Quadratmeter große Plattform errichtet sein, die rund drei Meter hoch wird. Sie entsteht an einem Platz, auf dem früher eine Pumpstation in Betrieb war.

Die heutige Nutzung des Geländes wurde auf lange Sicht vorbereitet. Mit der Schließung der Zuckerfabrik 2001 stellte sich die Frage, welchen Zwecken die ehemaligen Stapelteiche künftig dienen sollten.

Die Gewässer, die früher das stark mit Erde vermischte Abwasser der Zuckerfabrik aufnahmen, trocknen normalerweise aus, werden planiert und danach landwirtschaftlich genutzt. Überlässt man den nährstoffreichen Standort dagegen der Natur, wachsen dort in kurzer Zeit Brennesselfelder.

Beide Varianten waren vor sieben Jahren nicht erwünscht, da die Teiche zu einem EU-Vogelschutzgebiet zählen und Naturfreunde der Innerste-Region ohnehin große Bedeutung beimessen.
Nachdem die Paul-Feindt-Stiftung mit Hilfe von Sponsoren das Gelände für eine Viertelmillion Euro gekauft hatte, erarbeiteten Fachleute ein Pflege- und Entwicklungskonzept, das die Teiche auf Dauer als Lebensraum für die Tiere sichern soll. Diesem Ziel scheint die Stiftung nunmehr ein großes Stück näher gekommen zu sein.
 
 
 
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