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Urzeitkrebs Triops überlebte selbst die Dinosaurier

Das Naturschutzgebiet Lange Dreisch und Osterberg beherbergt Arten, die es weithin nur hier noch gibt

Hildesheim (ha). Im Naturschutzgebiet zwischen Osterberg und Mastberg hat der Herbst Einzug gehalten. An den Waldsäumen leuchten in kräftigem Rot die Hagebutten der Wildrosen, ein paar Ackerhummeln klappern auf der Suche nach Nektar die letzten Blüten der Stacheligen Kratzdistel ab und in den Lüften drehen Turmfalken in der Hoffnung auf einen fetten Happen vor dem entbehrungsreichen Winter unermüdlich ihre Kreise.
 
Das fast 300 ha große Areal zwischen Giesen und Himmelsthür. Innerste und Emmerke gehört zu den vielfältigsten und kostbarsten Lebensräumen in Niedersachsen. Denn über acht Jahrzehnte waren weite Teile militärisches Sperrgebiet - was sich aus heutiger Sicht als wahrer Segen erweist, Für die Tier- und Pflanzenwelt gab es abgesehen von ein paar gelegentlichen Panzern kaum Störungen, auch Dünger, der den empfindlichen Halbtrockenrasen vernichten würde, blieb dem Boden erspart.
 
„Wir haben hier eine museale Landschaft» die dem Aussehen der Region vor dem Einsatz von Mineraldünger in der Mitte des 19. Jahrhunderts entspricht", sagt der Biologe Guido Madsack. Der Flurname Lange Dreisch, der schon in Karten von 1839 genannt wird, verrät, dass der sanfte Höhenzug gen Norden von je her wenig ertragreich war, denn Dreisch bedeutet nichts anderes als Brachland, das sich allenfalls als Viehweide eignete.
 

Osterberg soll „Nationales Naturerbe" werden

Paul-Feindt-Stiftung übernimmt das Areal des ehemaligen Standortübungsplatzes / „Refugium für die Natur

 
Wildkatze, Neuntöter und UrzeitkrebsWildkatze, Neuntöter und Urzeitkrebs: Auf dem Osterberg leben rund 2.000 Tier- und Pflanzenarten, Sie sollen künftig noch mehr geschützt werden als bisher. Foto: Gossmann
Hildesheim (cha). Der ehemalige Standortübungsplatz am Osterberg soll „Nationales Naturerbe" werden. Gleichzeitig will sich der Bund von dem fast 300 ha großen Gebiet zwischen Hildesheim und Giesen trennen. „Wir werden die Fläche auf die Paul-Feindt-Stiftung überschreiben", kündigte Axel Kunze, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, gestern bei einem Ortstermin an. Der Antrag, zum Naturerbe zu werden, befindet sich derzeit noch auf dem Weg durch die Instanzen. Allerdings gehen alle Beteiligten davon aus, dass die Zustimmung nur noch Formsache ist. Für das einmalige Gebiet, in dem unter anderem Wildkatzen, Urzeitkrebse, Schwalbenschwanz und Neuntöter leben, hatten sich auch Unternehmen interessiert. Allerdings vergeblich. „Diese Fläche wird nie wieder wirtschaftlich genutzt", sagte Kunze.

Bereits zum zweiten Mal feiern der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) und der Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Hildesheim (NABU) und den Tag der Umwelt. Gastgeber ist die Paul-Feindt-Stiftung.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, 05.06.11 ab 14:00 Uhr an den Derneburger Teichen statt. Der Veranstaltungsort liegt zwischen den Derneburger Teichen, gegenüber der Mühle am Laves-Kulturpfad.