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Bagger sollen das Biotop retten

Neuer Graben und Tümpel für die Gronauer Masch / Schutz vor dem Austrocknen

Gronauer Masch Sep 2ß15 M WeinholdVon Tarek abu Ajamieh
 
GRONAU. Biotope zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass Menschen dort allenfalls zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Maschinen haben dort in aller Regel nichts verloren. Doch nun sollen Bagger ein Naturschutzgebiet retten - und zwar die Gronauer Masch, die im trockenen Sommer ziemlich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Darauf haben sich jetzt die Paul-Feindt-Stiftung als Eigentümerin der Flächen sowie der Landkreis Hildesheim verständigt.
 
Das Gebiet in den Leinewiesen nördlich von Gronau gilt als Umweltparadies, zahlreiche Vogel-, Fisch und Amphibienarten sind dort heimisch. Symbolisch dafür stehen die seit Jahren dort immer wieder nistenden Weißstörche. Doch in diesem Sommer geriet das ökologische Gleichgewicht in dem Areal durcheinander. Die Seen und Teiche trockneten fast aus, als es wochenlang sehr heiß war und zugleich kein Regentropfen vom Himmel fiel. Zugleich trockneten auch der Bethelner und der Eddinghäuser Bach, die das Biotop mit Wasser versorgten, fast völlig aus.
 
Die Naturschützer der Paul-Feindt- Stiftung sind grundsätzlich der Meinung, dass Phasen extremer Feuchtigkeit und auch Trockenheit gerade in einem Biotop zum natürlichen Kreislauf dazugehören. "Es ist ein ganz normaler Vorgang, wenn im Sommer die flachen Tümpel und verlandenden Altarme von Flussauen ganz oder teilweise austrocknen. Viele Tiere verlieren dabei ihr Leben, andere profitieren davon, weü sie ihre Nahrung besonders leicht erreichen können", erklärt Bernd Galland von der Paul-Feindt-Stiftung.
 
Was sich im Sommer auch bei Gronau zeigte: Während viele Fische und Amphibien verendeten oder zur leichten Beute für lauernde Vögel wurden, fanden Störche und Reiher ein reich gedecktes Büfett vor und strömten in Massen in die Lenrewiesen. Sogar ein in dieser Region sehr seltener Fischadler ging dort auf die Jagd. Was grundsätzlich kein Problem ist, wie Galland meint: "Bei steigendem Wasserstand werden die zuvor ausgetrockneten Biotope wieder besiedelt."
 
Doch in diesem Sommer wurde es den Umweltschützem zu trocken, die Sorge vor irreparablen Schäden ist groß - erst recht, wenn es in den kommenden Jahren ähnliche Hitze- und Trockenperioden geben sollte. Zunächst versuchte die Samtgemeinde Gronau deshalb, über die Despe zusätzliches Wasser in die Masch zu leiten. Doch nun wollen die Umweltschützer das Problem grundsätzlicher angehen und in der nächsten Woche Bagger ins Biotop schicken, um es fit zu machen für künftige Dürren.
 
Bauarbeiter sollen unter anderem Schlick dort ausbaggem, wo die bestehenden Teiche trocken gefallen waren, damit sich dort neue Tümpel bilden. Zudem sollen sie einen neuen Graben vom nahen Eddinghäuser Bach in die Masch graben, um die Wasserzufuhr von dort zu verbessern.
 
Den Vertretern der Paul-Feindt-Stifung ist offenbar durchaus klar, dass manchem Naturschützer der Einsatz von schwerem Gerät im Biotop zu weit geht. "Behörden und Eigentümer haben sich trotz der unvermeidlichen Eingriffe in den Gehölzbestand zur raschen Umsetzung dieser Rettungsmaßnahme entschlossen und hoffen auf das Verständnis aller Naturbeobachter im Gebiet", sagt Galland, Und wirbt: "Die Bedingungen für diese Arbeiten sind günstig: Die Brutzeit der Vögel ist abgeschlossen und der niedrige Wasserstand erlaubt den Einsatz eines Baggers. Diese Situation gilt es zu nutzen."
 
© Hildesheimer Allgemeine Zeitung